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Feb 03

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Wale brauchen internationales Fang-Verbot

Internationale Tierschutzorganisation WSPA spricht sich gegen “Walfangoptionen” aus

Tierschutz: Walfleisch und Lebertran braucht heute niemand.

Wir brauchen weder Walfleisch noch Lebertran in unserer Welt des 21. Jhdts. © Linda-Dahrmann / PIXELIO

Massvolle Ernährung mit Fisch und Fleisch

Wie immer wenn es um den Schutz bedrohter Tierarten geht, werden marktwirtschaftlich relevante Aspekte ins Feld geführt und es wird auf das Schicksal zum Beispiel von Fischern verwiesen, die bei Geltendmachung von Fangverboten in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht seien. Es wird das Bild “vum Fischer un siner Fru” gegaukelt der ohne fangfrischen Hering nach Hause kommt und seine Familie nicht mehr ernähren kann. Als ginge es heute noch darum! Hätten wir regionale Märkte, wo für den lokalen Bedarf produziert und gefangen würde, so hätten wir kaum über das Problem der Überfischung der Weltmeere zu sprechen. Es geht um das rechte Maß: Nicht zuletzt sollte in diese Debatte miteinfliessen, dass wir bei einer massvollen Bejagung und bei massvoller Ernährung mit Fleisch und Fisch uns vielleicht noch als natürlicher Teil der Nahrungskette betrachten könnten, dass dies jedoch bei der immer noch massenhaften Tötung, Vernichtung und Bejagung von Tieren zum Zweck der “Lebensmittelproduktion” nicht nur jedes Maß verloren hat, sondern auch jede Art selbst marginalsten Mitgefühles vermissen lässt.

Walfleisch und Lebertran

Soviel emotionale Kälte und Distanz ist bei dem üblichen politischen Sprachgebrauch kein Wunder – wir reden von “Ressourcen”, “Rohstoffen”, “Produktion” und “Nutztieren”. Die WSPA bringt es aus aktuellem Anlass einmal wieder auf den Punkt “Wale sind fühlende Wesen und keine Handelsgüter“. Die WSPA wagt es, in all den wirtschaftspolitischen Erwägungen auszusprechen, dass ein auf hoher See harpunierter Wal einen stundenlangen, qualvollen Tod stirbt und dass dies nicht gleichgültig zu sein hat. Es bedurfte dreier Wissenschaftler, um sich auszudenken, dass man sogenannte “Walfangoptionen” vergeben könnte um so den Streit um das diskutierte internationale Walfangverbot zu befrieden! Welcher kulturhistorische Mief muss hier eigentlich in manchen Köpfen hängengeblieben sein: Wir brauchen weder Walfleisch noch Lebertran in unserer Welt des 21. Jhdts.

Unnötig! – Es leidet der Wal und nicht der Mensch

Anstatt einen über 8 Stunden dauernden Todeskampf eines lebenden, empfindenden, denkenden Tieres mit Mitleid zu sehen, bedauern wir lieber unsereins – wie immer – und fragen erschüttert, von was denn bloss die Walfänger zukünftig leben sollen wenn sie keine Wale mehr jagen dürfen. Laut WSPA verdient ein Walfänger rd. 9.800,- Euro an einem Zwergwal – für whalewatching-touren werden im touristischen Bereich bis zu 70,- Euro pro Person für eine halbtägige Tour eingenommen, auf die Schiffe passen oft 50 Personen - mit drei whalewatching-Touren wären 10.500,- verdient!

Wenn man die Präambel “Awareness and Whalewatching ” liest, welches das französische Umweltministerium zur Beachtung und zum Maßstab einer Zertifizierung für  whalewatching-tour-operators machte, kann man kaum glauben, dass in einer Zeit, in der solche ein Text – zum Glück! – entstand überhaupt noch jemand daran denkt, diese bewundernswerten und friedlichen Giganten zu jagen:

Präambel: Schutz der Wale bei Whalewatching-Touren

Whalewatching-Touren, Bootsausfahrten

Bei Whalewatching-Touren Wale und Delfine beobachten. © EmmaN / PIXELIO

(Übersetzung)
“Wale und Delfine sind durch gesetzlich geschützt: Es ist verboten sie zu jagen, gefangen zu halten und zu verfolgen. (Dekret vom Juli 1995). Es ist unsere Aufgabe, sie  und ihren Lebensraum zu schützen, gegen
Alle Ursachen von Störungen: Umweltverschmutzung, Lärm, running “offshore” Beifang,
Tourismus …. Wale sind auch durch internationale Abkommen geschützt:
Übereinkommen von Barcelona, Bern, Bonn, ACCOBAMS Conservation im Schwarzen Meer, Mittelmeer und angrenzenden Atlantik.(…)

Whalewatching-Touren sind mit einem Informationsreferat zu begleiten  durch qualifizierte und ausgebildete Guides welche in der Lage sind, die Species zu bestimmen und ihre Aktivitätsphasen zu erkennen. .
- The Whale-Watching ist nicht in den Küstenstreifen unter 5000 m zu organisieren denn  sind dort Wale, so ist bereits eine Störung durch menschliche Einflussnahme vorhanden.
3 / Standard Rules auf der Beobachtung,
Die Whale Watching kann, wenn es schlecht ausgeführt wird, eine Quelle für Störungen der Tiere sein, wenn ihre Ruhe nicht respektiert wird. Ob Sie ein Bootsfahrer, Angler oder Organisator für
Whale-Watching sind, gelten die folgenden Regeln:
1 / (…)
- Der Ansatz auf Gruppen von Walen ist verboten, bei Vorhandensein von Neugeborenen.
- Es muss sofort bei der Störung der Tiere gestoppt werden.
Zum Beispiel kann ein Fluchtverhalten (Beschleunigung, Richtungswechsel, suche Entfernung
des Betrachters) als Störung von den Tieren empfunden werden.
2 / Beobachtungsraum (siehe Diagramm)
- Die 300-Meter definiert die äußere Grenze der Zone der Beobachtung,
in dem alles menschliche Handeln streng geregelt ist.
- Das Boot sollte nicht in den Bereich vor den Tieren sein und nicht im Rücken der Tiere wie ein Verfolger.
- Der Abstand von 50 m definiert die Zone, in der kein einziger Ansatz zu fahren ist. Dieser Abstand ist auf 100 m im Fall der Sichtung eines Pottwal erhöht.
Dies gilt nicht im Fall von spontanen Sichtungen, wenn die Tiere sich dem Boot nähern.

3 / Änderungen in der Beobachtungszone (300m)
- Von der Identifikation von Walen und unabhängig von der Entfernung, ist eine besondere Wachsamkeit und eine
angemessene Geschwindigkeit erforderlich.
- Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 5 Knoten.
- Das Schiff sollte um das Tier angeordnet werden und vermeiden Sie jegliche plötzliche Veränderung
der Geschwindigkeit und Richtung.
- Wenn das Boot den Grenzwert der Sperrzone (50m)erreicht, muss seine Geschwindigkeit relativ gegen Null reduziert werden, eventuell auch Motor ausschaltet, die Spur der Tiere wird nie geschnitten, so bleiben
sie manövrierfähig.
- Die Geschwindigkeit des Bootes wird der Geschwindigkeit des langsamsten Tier angepasst.
- Zur Vermeidung von akustischen Störungen in den Beobachtungsraum, müssen Sirenen und Sonare
ausgeschaltet sein.
-(…)
- Nur ein Boot zu einer Zeit, ist die Beobachtung gestattet.
- Seine Anwesenheit wird auf 15 Minuten beschränkt werden, wenn andere Schiffe warten.
5 / Wale und Delfine in der Nähe eines Bootes
- Wenn Wale/Delfine sich freiwillig dem Schiff nähern, sollten die Fahrgäste nicht
versuchen, die Tiere zu berühren, entweder direkt oder durch ein Instrument, mit ihnen zu schwimmen oder sie zu füttern.”
***
[Zitatende, Quelle:  “Awareness und Whale Watching”
Nationalpark Port-Cros, die Französisch Ministerium für Umwelt]

Grauwal

Grauwal. © jkant / PIXELIO

 Das Auge des Wales

Vielleicht sollten wir all den Tieren, die wir so gerne und in Massen entseelt und in Blöckchen gefroren für feierliche Anlässe in der Kühltruhe lagern einmal in die Augen schauen – oder ab und zu tauchend-schnorchelnd Gast sein in dieser Blauen Welt um schützen zu können, was wir täglich weit weg von unserem Herd von anderen töten und schlachten lassen….vielleicht können wir nur schützen, was wir sehen gelernt haben und vielleicht sogar nur, was uns einmal angeschaut hat.

Informationen zu möglichen Whalewatching-Touren während eines Fachprogramms Blaue Studienklassenfahrt erhalten Sie bei Aurelia eV. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage über unser Feedback-Formular oder telefonisch unter 0228-929 83733 mo-fr 10-15 Uhr.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://klassenfahrten-fachprogramme.de/2012/02/nachhaltigkeit/wale-brauchen-internationales-fang-verbot/

5 Kommentare

4 Pings

  1. Anice

    haha! i agree with you!

  2. sigrid

    hallo, mir gefällt euer artikel!
    ich habe ihn auf meinem blog verlinkt und hoffe, ihr seid damit einverstanden.
    ihr findet den link zu euch am ende meines beitrages:
    http://www.o-solemio.de/blog/nachhaltig-gefangen-thunfisch-sardinien/
    ich hoffe, es ist in ordnung, dass ich euer foto benutzt habe, sonst sagt bitte bescheid, dann entferne ich es wieder!
    es ist gut, wenn sich viele menschen mit diesen themen auseinander setzen.
    wir sind es, die die zukunft mitbestimmen… auch die zukunft der lebewesen um uns herum, von unserer eigenen ganz abgesehen.
    liebe grüße aus der nähe der nordsee, aus bremen
    sigrid

    1. Redaktion Aurelia eV

      :-) Liebe Siegrid, vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Artikel “Wale brauchen internationales Fang-Verbot”. Ich habe mir Ihren Artikel angesehen über nachhaltig gefangenen Thunfisch vor Sardinien. Es tut gut zu lesen, wer sich alles engagiert. Zu diesem Zwecke dürfen Sie das Bild sehr gerne in dieser Form unter Angabe copyright verwenden, wie sie es bereits tun. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute!
      Liebe Grüße
      Jessi

  3. sigrid

    vielen dank, ich werde wieder bei euch “reinlesen” :-)

  1. Aurelia e.V. Fachprogramme für Klassenfahrten - Info, Beratung für Klassenfahrten Programme

    [...] nur von zertifizierten tour-operators durchgeführt werden die sich an die entsprechenden Tierschutz-Richtlinien zur Durchführung solcher Sichtungstouren halten) Informationen zur Evolution von Delphinen erhalten, dann bewegen wir uns schon im Bereich [...]

  2. Bildungsprogramme für Ökologie, Erlebnispädagogik und Kultur » Blog Archive » Blaue Studienprogramme für Klassenfahrten ans Meer

    :-) Wenn Ihnen unserer Artikel “Wale brauchen internationales Fang-Verbot” angesprochen hat, finden Sie mehr von Aurelia eV zum Thema Nachhaltigkeit hier: http://klassenfahrten.aureliaev.de/?cat=11

  3. Nordsee – Naturpark Wattenmeer » Fachprogramme für Klassenfahrten

    [...] Wale brauchen internationales Fang-Verbot [...]

  4. Nachhaltig gefangener Thunfisch vor Sardinien

    [...] Wie immer wenn es um den Schutz bedrohter Tierarten geht, werden marktwirtschaftlich relevante Aspekte ins Feld geführt und es wird auf das Schicksal zum Beispiel von Fischern verwiesen, die bei Geltendmachung von Fangverboten in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht seien. Es wird das Bild “vum Fischer un siner Fru” gegaukelt, der ohne fangfrischen Hering nach Hause kommt und seine Familie nicht mehr ernähren kann. … Weiter im Onlineartikel: wale-brauchen-internationales-fang-verbot [...]

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