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Klassenfahrtenfachprogramm für Politische Bildung im Wahljahr 2014

Politikunterricht an Schulen und „angewandte Politik“

Im Mai 2014 sind Europa-Wahlen – Jugendliche für Politik begeistern

Ein Wahljahr wie wir es in diesem Jahr nun haben dürfte allemal Anlass sein, die politische Bildung auch im Schulalltag verstärkt in den Mittelpunkt zu rücken – schließlich geht es immer auch darum, Jugendliche als angehende Jungwähler oder bereits Erstwähler zu mehr Engagement und gelebter Demokratie zu ermutigen – so heißt es allenthalben. Aber warum überhaupt „ermutigen“ – gehört Mut dazu, wählen zu gehen? Vielleicht sollte man eher dazu inspirieren – oder ent-frusten… dazu anregen oder davon überzeugen, dass es Sinn macht, wählen zu gehen und sich einzubringen.

In weiten Teilen der Bevölkerung – und nicht nur bei Jugendlichen, denen man unterstellen könnte, dies resultiere aus Erfahrungsmangel – herrscht die Meinung vor, man könne „ohnehin nicht viel ausrichten“…. Entscheidungen werden „von denen da oben“ getroffen; „oben“ ist dann jeweils Berlin oder Brüssel, wahlweise auch „die Banken“ oder „Wirtschaftsbosse“ und so weiter.  In der Hauptsache wird sich beschwert über lange Dienstwege, Überbürokratisierung, Unübersichtlichkeit, verwässerte Beschlüsse, Langatmigkeit und schwerfälliges Manövrieren. Das Konstrukt EU fällt unter die Kalenderweisheit „viele Köche verderben den Brei“.

Langsamkeit und vielräderiges politisches Getriebe kann man aber auch ganz anders betrachten:  Ein Artikel von Ralph Bollman/ FAZ vom 10.11.2012 über die verschrobene Beständigkeit des Heiligen Römischen Reiches (link: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/staatenbund-oder-bundesstaat-heiliges-roemisches-europa-11957028.html) wäre hier eine wunderbare Geschichtsstunden-Inspiration. Unter anderem das Zitat des Doppelmonarchie-Ministers Eduard Graf Taaffe, der von einem „..Zustand wohltemperierter Unzufriedenheit…“ sprach trifft meiner Ansicht nach absolut den Nerv unserer Zeit:  Über politisches Geschehen – oder was man dafür hält – Aufregen, Meckern und schlussendlich sich raushalten – so lässt sich immer eine Begründung für Nicht-Engagiertheit oder eigenes Versagen kultivieren.

Ich würde mal sagen, ein bisschen mehr Kalenderweisheit im Stil von „Wer nicht wagt der nicht gewinnt“ oder „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ wäre ab und an auch nicht schlecht.  Wo die Prozesse langsam sind, ereignen sich auch Fehler langsamer… wo Züge langsamer fahren, bleibt eher die Möglichkeit, auf- oder abzuspringen… wenn viel und lange geredet wird, schlägt man sich noch nicht die Köpfe ein.  Das Gesetz der Trägheit dient also auch dem Erhalt eines immerhin friedlichen Miteinander.

Zurück zur Pädagogik; Es wäre gut zu bedenken, dass man grosse Zusammenhänge betrachten kann und vielleicht auch muss – aber die Unterteilung in „die da oben“ und „wir da unten“ als Argument für Nicht-Engagement führt in die Irre:  Mehr Demokratie und Toleranz wagen, mehr Geduld für lange Wege, mehr Entscheidungsfreude bei der Übernahme von Verantwortung, mehr angewandte Politik, denn Politik wird bestimmt von Haltung und nicht vom Radius poltischer Einflussnahme.

Also, mehr in den Spiegel schauen – weniger mit dem Finger zeigen – ganz nach dem aktuellen „Motto für Nachhaltigkeit“ : „Global denken – lokal handeln!“

Hier unsere Fachprogramme BLUEsocialVISION für politische Bildung:

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NEU: Aachen (Deutschland), Brüssel & Brügge (Belgien)

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