Obstanbau – alte Sorten wieder gefragt!

Nicht jeder Eingriff in unser sensibles Ökosystem ist von umfassendem Erfolg gekrönt

 

Wespe im Apfel
Wespen lieben Äpfel

 

Hobbygärtnern kommt eine wichtige Rolle zu beim Erhalt der biologischen Vielfalt alter Obstsorten. Sie helfen ein altes Kulturgut zu bewahren, meint auch die Biologin Monika Höfer, die am JKI für Züchtungsforschung, Garten- und Obstbau, auch die Obst-Genbank in Dresden leitet, in der alte Sorten für die Nachwelt erhalten werden.

Von Äpfeln, Birnen und Erdbeeren

Bereits vor über 12.000 Jahren wurden in Asien Äpfel angebaut und die alten Griechen haben 400 Jahre vor unserer Zeitrechnung Apfelbäume veredelt, sagte Frau Höfer, das heißt, von einer mäßigen wurde eine bessere Sorte erreicht. Bis heute wurde so lange veredelt und verbessert, um schöne und makellose Früchte zu erlangen; lange haltbar und kostengünstig sollten sie auch sein. Der Geschmack ist dabei wohl etwas auf der Strecke geblieben.

Unser uraltes Kulturgut, der Apfel, soll wieder köstlich und aromatisch schmecken, alte Sorten sind gefragt. Dasselbe gilt für Erdbeeren dessen Größe und Härte nur langer Haltbarkeit dient, um lange Anfahrtswege und den Markt provitabel zu überstehen. Einen Hochgenuß bieten aber nur die weichen und safigen Erdbeeren.

Ja – und was gab es früher für aromatische, saftige Birnen! Im Frühjahr summte und brummte es im Birnbaum – die fleißigen Bienen waren bei ihrer Arbeit. Und im Herbst, wenn die goldgelben, süßen Junkersbirnen reif waren, holten sich die Bienen ihren Lohn, denn auch ihnen schmeckten die sonnengereiften Früchte. Bei den heutigen, wenig geschmackreichen Birnen braucht man keine Angst mehr zu haben, unter einem Birnbaum von einer Imme gestochen zu werden.  😉

[Quelle: Welt am Sonntag, 1.04.2012, S. 56, Roland Knauer]

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