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Raubtiere in Deutschland

Begegnung mit einem Frechdachs

Bei herrlichem Sommerwetter spazierte ich an einem schönen, reifen Ährenfeld vorbei, aus dem ganz in der Nähe lautes Schnarchen zu hören war. Wer war denn das –  meine Neugier war geweckt, ich warf Steinchen und bewegte ein bisschen die Ähren. Plötzlich ein lautes Grunsen und unweit von mir rannte ein Dachs vorbei, er hatte wohl im warmen Stroh seinen Mittagsschlaf gehalten. Dick und rund, fast 70 bis 80 cm groß, flitzte er mit seinen kurzen Beinen in Richtung Wald.

Der Dachs – das Raubtier mit Wohnkultur

Und nun finde ich – zu meiner großen Freude – einen Artikel mit näheren Beschreibung über Leben und Treiben sowie ein Foto vom Dachs. Niedlich sieht er aus, mit seinem grau-weiß gestreiften Kopf und der kleinen Stupsnase, dabei zählt er zu Deutschlands großen Raubtieren – . Buddeln und Graben sind seine Lieblingsbeschäftigung. Des nachts ist er fleißig, er arbeitet unermüdlich an seinem Bau, mit seinen langen Krallen an den Vorderfüssen gräbt er für sich und seine Großfamilie – die Sippe kann über 30 Mitglieder zählen – in ca. 4 – 5 Metern Tiefe im Wald ein Höhlensystem – ein Labyrinth von Kammern und Gängen in ungeahntem Ausmass von mehreren hundert Metern. Die Schlafgruben werden mit wohlriechendem Heu und trockenen Blättern ausgestattet und nebst Frischluftröhren gibt es – weit abseits von den Eingängen – Toilettengruben.
Tagsüber schläft der Dachs in seinem Bau – wenn er nicht gerade im sommerlichen Ährenfeld schnarcht, oder er geht auf Futtersuche. Beeren und anderes Obst liebt er besonders, aber auch Kleingetier verachtet er nicht. Ein Dachs wird ca. 15 Jahre alt.

 

Wissenschaftler haben mit Licht und Kamera den Dachsbau erforscht und uns somit
Die Baumeisteer des Waldes“ bekannt gemacht.
Quelle: [„HÖRZU“ – Nr. 38 – Walter Karpf – D]

Dachse werden immer häufiger am Stadtrand und in städtischen Parkanlagen und stadtnahen Gartensiedlungen beobachtet. Fragen Sie nach Klassenfahrten-Fachprogrammen zu Urbaner Biodivertsität! Anfrage-Formular