Delfine – die intelligenten Meeresbewohner

Die Geschichte einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier

Die warmen Gewässer des Atlantiks, wie z.B. die Karibik, scheinen für Delfine genau der richtige Lebensraum zu sein. Die Turks- uns Caicosinseln mit ihren Korallenbänken und den sanften Atlantikwellen gelten als Paradies für Schnorchler und Taucher. Es ist auch sehr wahrscheinlich, hier auf Delfine und Tümmler – die große Delfinart – zu treffen.

Dean Bernal, damals ein Student aus Kalifornien, erfüllte sich hier einen Traum, nämlich das Tauchen mit Delfinen. Als er tatsächlich mit 3 jungen Tümmlern, die sich ihm mit Pfeif- und Knacklauten näherten, zusammentraf, fiel ihm auf, daß eines dieser Meerestiere immer wieder direkten Blickkontakt zu ihm suchte. Er hatte das Gefühl, daß die Delfine in ihm einen Spielgefährten vermuteten. Bis zum Sonnenuntergang währte dieses Spiel, für Bernal ein einmaliges Erlebnis. Der größte Tümmler, der ihm sofort in die Augen guckte, bekam von ihm den Namen JoJo. Immer wieder tauchte der Student mit den Tümmlern und man kann sagen, daß JoJo nach nunmehr 28 Jahren für ihn zum Freund geworden ist. Der Meeressäuger hat mit ihm ein echt freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Dean Berlan verspürte seitdem eine große innere Zufriedenheit.

JoJo führte ihn zu versteckten Höhlen am Meeresgrund und gewährte ihm Einblicke in das geheime Leben unter Wasser.
Berlan zog später auf die Insel Providenciales, westlich der Turks und Caicos-Inseln. Um seiner großen Leidenschaft treu bleiben zu können, lebte er hier als Tauchlehrer.
Seine drei Tauchgefährten vermißte er sehr, es war lediglich von einem bissigen Tümmler die Rede, der Surfer uns Badende attaktierte. Erschreckt stellte Dean fest, daß es sich hier um seinen JoJo handelte. Seine weiteren Recherchen ergaben, daß die beiden Gefährten tot waren- JoJo war also nun allein. Behutsam näherte sich der Taucher dem Freund wieder und es wurde wirklich wie früher. Bernal und JoJo waren wieder zusammen unterwegs, sie stöberten Schildkröten und Hummern auf und soger die Verständigung klappte immer besser.
Als dann plötzlich ein Yetboot auftauchte und den Delfin mit voller Wucht rammte, schwamm Bernal durch die Wolke voller Blut und versuchte, JoJo, der immer weiter sank, zu retten. Er hielt den Delfin fest im Arm und schaffte es, ihn nach oben zu holen; Er überlebte!

Dieses traumatische Ereignis führte zur Gründung der Gemeinnützigen
„Marine Wildlife Foundation“, die sich dem Schutz der Meeresbewohner widmet. Der Tauchlehrer bereist seitdem die Welt, um seine Erlebnisse weiterzugeben und für die Foundation zu werben.

Auch später gab es noch eine ähnliche Situation, die seine Erlebnisse mit dem Delfin umkehrten. Bernal selbst hatte einen ähnlichen Unfall im Wasser. Bei einem Tauchgang wurde ihm vom Gegendruck des Wassers die Taucherbrille vom Gesicht gerissen und der Gummigurt verhedderte sich um seinen Hals, sodaß er in Panik geriet und in 20 Metern die Orientierung verlor. Doch Plötzlich spürt er JoJos Schnabel an seiner Hand. Der Delfin packte zu und zog ihn mit aller Kraft nach oben.
Dean überlebt ebenfalls!
Wahre Freundschaft kann also auch von Delfinen empfunden werden.

Respekt und Mitgefühl, Rücksicht und Achtsamkeit sind mit Sicherheit Privilegien, die diese wundersamen, intelligenten Meerestiere von uns Menschen erwarten dürfen.
Hochmut ihnen gegenüber ist also fehl am Platz! Von Dean und JoJo können wir darüber vieles lernen.

Ökologische Bildung kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Das Gleichgewicht mit den Meeren –  und ebenso den Urwäldern – muß zum Wohle aller bestehen bleiben!

[Quelle: HÖR ZU Nr. 18 vom 27.04.2012, „Mein Freund der Delfin“ von Kai Riedemann]

 

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