Massentierhaltung und Biosprit-Irrsinn

„Aus deutschen Landen frisch auf den Tisch!“

Mit diesem patentierten Markenzeichen rühmt sich die deutsche Ernährungsindustrie für höchste Qualität ihrer Agrarprodukte aus deutschen Regionen; – was für ein Hohn – !

Geflügel Massentierhaltung
Massentierhaltung von Geflügel kann noch viel schlimmer aussehen… Am Welternährungstag will Aurelia e.V. zum Umdenken anregen. © Uschi Dreiucker / pixelio.de

Deutsche Landwirte mästen in ihren industriellen Massentierhaltungen und Viehaufzuchtbetrieben Schweine, Rinder und Hühner nur noch zu 20% mit Futter, das auf Äckern der EU erwirtschaftet wurde; 80% der Futtermittel werden importiert. Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie Deutschlands gab bekannt, dass in 2011 35 Millionen Tonnen Sojaprodukte aus südamerikanischen Staaten eingeführt wurden.

Allein in Paraguay werden von Grossfarmern über 70% der Agrarflächen für den Export bebaut – und den Einwohnern fehlt Land, um Nahrung für sich selbst anbauen zu können.

[notice]Wie Misereor, das weltweite Hilfswerk der kath. Kirche berichtet, werden für Futterpflanzen die brasilianische Waldsavanne, argentinische Nebelwälder und der atlantische Regenwald gerodet.[/notice]

Weltweit tätige Agrarkonzerne kaufen in Asien, Afrika, Südamerika wertvolles Ackerland und bepflanzen es Palmöl-Bäumen und erstellen riesige Zuckerrohr-Plantagen. Hiervon soll Biosprit E10 erzeugt werden – ohne jegliche Rücksicht auf Mensch und Klima!

„Wer Energiepflanzen sät, erntet Hunger. Stoppen wir E10!“ [Greenpeace]

E10 ist der moderne Bio-Sprit seit 2011
E10 ist der umstrittene Bio-Sprit zur PKW Betankung. © Gerd Altmann / pixelio.de

Wie Greenpeace berichtet, wird weniger als die Hälfte des angebauten Getreides von Menschen verzehrt, der Grossteil wandert als Futtermittel in die Massentierhaltung.

Auch der WWF warnt vor dem ständig wachsenden Fleischverbrauch, geht er doch zu Lasten vieler Menschen und unserer Umwelt – die ökologischen Folgen sind verheerend.

Der für das Hilfswerk Misereor zuständige Bischof, Werner Thissen, fordert von der Politik, Regeln und Anreize zu schaffen,“die zur Abkehr der industriellen Massentierhaltung führen“.

[notice]Heute, am 16. Oktober, ist Welternährungstag und ein willkommener Anlass, über unser Konsumverhalten nachzudenken.[/notice]

Quellen:

  • Kölner Stadt-Anzeiger vom 10.10.2012
  • Bonner GENERAL-ANZEIGER vom 16.10.2011
  • GREENPEACE-Leserbrief vom 11.10.2012/D
  • Link zum Welternährungstag: https://www.fao.org/getinvolved/worldfoodday/en/
  • Bild im Kopf der Seite; Regenwald: © Cornerstone  / pixelio.de

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