Meeresbiologie / Bionik: Wer ist der Schnellste im Meer?

Sonne und Meer / Hochsee

Die „Herrscher der Hochsee“ erstmals erforscht

Sonnenuntergang am Meer
Die Erforschung der Meere hält noch zahllose Überraschungen für uns bereit.

Zu den „Athleten“ der Ozeane zählen der Fächerfisch, der Malin und der Speerfisch, alles Meeresfische von gigantischem Format, die bislang den Menschen noch nicht so bekannt waren, weil sie extrem schnell die Ozeane durchqueren und deshalb kaum gefilmt werden konnten.

Der BBC-Kameramann Rick Rosenthal hat eine Expedition vor den Küsten Costa Ricas, Mexikos und Floridas gewagt und während seiner Tauchgänge spektakuläre Aufnahmen machen können.

Der große Fächerfisch, der circa 100 Kilo wiegen kann, ist der wahrscheinlich schnellste Räuber der Meere. Er ist aber nicht nur extrem schnell- bis zu 109 Km pro Stunde – er hat auch eine gefährliche Waffe, seinen Speer. Dieser Speer ist eigentlich der stark verlängerte Oberkiefer, mit dem er seine Beute erlegen kann.

Warum kann er so schnell die Meere durchpflügen?

Er besitzt etliche Flossen, die sich zum Teil eng an den Körper anlegen können. Seine Rückenflosse hat sich zudem zum Segel ausgebildet und zieht sich fast über die gesamte Körperlänge hin. Selbst die Schuppen sind in der Haut versenkt, weshalb sie dem Wasser wenig Widerstand bieten. Hier hält die Bionik sicher noch Nützliches für den Menschen bereit.

GESCHWINDIGKEITEN VON SCHIFFEN ALS VERGLEICH

Die Geschwindigkeit von Schiffen bemißt sich in Knoten. 1 Knoten (kn) entspricht rund 1,9 Stundenkilometer (km/h)

„Normale und handelsübliche Motorboote (also noch bezahlbare) für Binnenreviere werden mit sogenannten Aussenbordmotoren bestückt und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Km/h

Im sogeannten „Offshore“, also Boote welche auf dem offenen Meer fahren, sind Geschwindigkeiten von über 200 Km/h möglich – die haben dann Motoren mit mehreren tausend PS“
[Quelle: www.wer-weiss-was.de/theme103/article2377028.html]

„Im Schnitt fahren Kreuzfahrtschiffe so um die 20 Knoten (knapp 40 km/h).“
[Quelle: www.werfragt.de/frage/1519]

 

 

Man weiß noch nicht genau, welchen Nutzen die einzelnen Flossen haben, das Rückensegel läßt den Fisch doppelt so groß erscheinen, was die Beute natürlich ängstigt und verwirrt – eben sich selbst größer machen.

Einen ähnlichen Körperbau findet man auch bei den Speerfischen und den Marlins, ein Grund, warum diese Meeresgiganten alle so un heimlich schnell durch die Meere schwimmen können und auch immer auf große Fischschwärme treffen, sie einkreisen und auch schnell zu Beute kommen. Diese Kämpfe können auch schon einmal zu Mi, wenn der Speer z.B. mit voller Wucht ein Boot anstatt eines Fisches trifft.

Der Blaue Marlin

Der Blaue Marlin, der – wie man jetzt weiss – bis zu 5 Meter lang wird und bis zu 1000 Kilo schwer werden kann, ist schon recht furchteinflössend. Er ist also, was die Größe anbelangt, dem Wal gleichzusetzen, obwohl dieser kein Raubfisch ist. Diese supergroßen Marlins sind übrigens verblüffenderweise allesamt Weibchen.

Der Bau des Körpers, wie diese „Meeresungeheuer“ zu früheren Zeiten von Seefahrern genannt wurden – könnte evtl. dem Forschungsgebiet der Bionik zugutekommen. Warum können sich diese Riesen so schnell und sicher im Wasser fortbewegen, warum sind sie fast so schnell wie unsere Autos auf den Straßen? Welche Entwicklung kann das leisten?

Noch ein paar Worte zur Kinderstube der Meeresherrscher. Das BBC-Filmteam hat einige Entdechungen vor Costa Ricas Küste gemacht. Bei Nacht kaman die Babyfische an die Oberfläche, um zu fressen. Das nicht für möglich gehaltene gelang: Im Licht der Scheinwerfer schwamm ein Winzling – komplett mit kleinem Fächer- vorbei. Allerdings weiss noch niemand mehr über den Geburtsort und das Fortpflanzungsverhalten dieser Giganten. Nur soviel: Große Weibchen können mehrere Millionen Eier auf einmal ablaichen. Die Eier sind sofort sich selbst überlassen und werden dann von der Merresströmung davongetragen. Ihr Leben beginnt also direkt mit einer Odyssee durch die Weltmeere.

Sämtliche gigantischen Fische, die wir hier benannten, haben viel, viel Kraftpotenzial und sind auch dann noch aktiv, wenn andere Fische längst kapituliert haben.
Ein Leben im Meer, das eine Entwicklung durchlaufen hat, die ihresgleichen sucht – wenn man den Menschen mal ausnimmt. Spannende Meereskunde / Meeresbioilogie, für die wir uns alle interessieren sollten!

[Quelle: HÖRZU, 20.04.2012, S.18-21, Kai Riedemann, „Auf der Überholspur“]

Blaues Studienprogramm Meeresbiologie und Bionik für Klassenfahrten ans Meer

Fragen Sie HIER Ihr Physik- oder Biologie-Fachprogramm unter Angabe Ihrer Zielvorgabe/Ortsvorgabe an und erhalten Sie kostenfrei und unverbindlich einen ausgearbeiteten Programmvorschlag für Ihre Biologie-Studienklassenfahrt/Kursfahrt zum Beispiel zum Thema Meeresbiologie oder für die Physik-Kurse zum Thema Bionik. Kursfahrten-/Klassenfahrten-Fachprogramme für alle Fachbereiche finden Sie HIER.

Umweltskandal! – Fischfang – Plünderung in der Tiefsee

Greenpeace-Schiffe im Nordatlantik

Seit Oktober 2011 befindet sich das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ auf See im Nordatlantic und protestiert gegen den zerstörerischen Fischfang in der Tiefsee.

60 Meilen vor der irischen Küste wurde ein Trawler aus Frankreich an dem brutalen Fischfang in der Tiefe des Meeres gehindert. „Schluß mit den Subventionen“ so hieß die Botschaft der Aktivisten, die sie im spanischen Hafen Vigo an der Bordwand der vor Anker liegenden Schiffe hinterließen.

142 Millionen Euro Steuergelder für Tiefsee-Plünderer?

Die Tiefseefischerei ist ein besonders schwerer Umweltskandal“ sagt Greenpace Meeresexperte Sebastian Buschmann. „Die Trawler schleifen Netze, deren Öffnungen groß wie ein Fußballfeld sein können, über den Meeresgrund und zerstören dort alles.“

Von den ca. 100 Tonnen Lebewesen, die jeder dieser Trawler täglich erfassen kann, können jedoch nur 60% verkauft werden. Der Rest, Beifang genannt, wird tot wieder ins Meer zurückgeworfen.

Die von der EU gewährten Subventionen erweisen sich als Beschleuniger der Probleme. Sebastian Buschmann: „Sie schaffen künstliche Anreize, die unverantwortliche und eigentlich unwirtschaftliche Fischerei fortzusetzen“. Seit 1996 haben die Tiefseefischer aus Spanien 142 Millionen Euro Steuergelder erhalten und mit den Portugiesen und Franzosen sind sie die größten Plünderer der Tiefsee.

Tiefsee im Nordostatlantik schon überfischt?

Unabhängige Wissenschaftler nehmen an, daß in der Zwischenzeit die Bestände in der Tiefsee im Nordostatlantik überfischt sind.  „Selbst bei einem sofortigen kompletten Fangverbot würde es viele Jahre dauern, bis sie sich erholen. Aufgrund der in vielen hundert Metern Tiefe herrschenden Lebensbedingungen pflanzen  sich Fische dort sehr langsam fort und produzieren nur wenige Nachkommen“ erläutert Sebastian Buschmann.

„Stoppt die Überfischung“

Da der Schutz der empfindsamen Tiefseefische durch die Politik seit Jahren nicht gewährleistet ist, wollten Yve Tiede  (Studentin der Biologie aus Marburg) und ihre Greenpeace-Mitstreiter etwas tun.  Mit dem Greenpeace Schlauchboot nahmen sie an einem Novemberabend  Kurs auf einen spanischen Fischtrawler, dessen Besatzung sich zur Einschüchterung mit Hämmern bewaffnete.  Als sie den Trawler erreichten, forderten sie von der Crew mit leuchtenden Bannern: „Stoppt die Überfischung„.  Später wollten sie ein Schlauchboot  an einem Zugkabel  des Tiefseenetzes befestigen – geschwind holte die spanische Trawlerbesatzung das nahezu leere Netz ein und – – schwirrte von dannen.

[Quelle: Greenpeace Nachrichten 01/2012]