Blaues Studienfachprogramm Meeresbiologie Ozeanographie Ökologie in Europa

Klassenfahrten ans Meer sind mit den Programm Modulen von Aurelia e.V. leerreich und spannend.
Nur wer das Meer kennt, kann es lieben und wird es hoffetlich auch schützten.
Klassenfahrten-Fachprogramme für Nachhaltigkeit zum Schutz unseres Blauen Planeten.

Was…

Die TeilnehmerInnen lernen das Ökosystem von Meer & Küste kennen und die dort vorkommenden Lebensräume (Habitat) und Lebensformen. Die „Stars“ unserer Programme sind Delphine, Wale, Robben, Haie und Meeresschildkröten, spannende Greife und Seevögel die entweder bei Fachführungen (FachVisit) in Aquarien, Meeresbiologischen Instituten und Schutzstationen (Rescue Centers) oder in freier Wildbahn bei Seawatching-Schiffstouren, Küstenexkursionen, Schnorchel-/Tauchgängen und Eco-Kajaktouren beobachtet werden können. Die Bedeutung von Muscheln und Medusen als Zeigerorganismen und von Seegraswiesen (Posidonia Oceanis) als weltweit geschützte marine Fauna wird den TeilnehmerInnen von Meeresbiologen, Wildtierbiologen, Umweltpädagogen und Rangern erläutert und aufgezeigt. Ergänzend organisieren wir Begegnungen mit Mitarbeitern weltweit vernetzter Organisationen wie z.B. WWF, SlowFish, CestMed, SharkProject, JellyWatch u.a. (lectures).

Wo…

An jeder Küste Europas sowie auf den Balearen, auf Sardinien, Capri und Sizilien und den Kornaten. Wählt einfach passend zum Klassenstudienfahrtenziel das Blaue Studienfachprogramm Meeresbiologie Ozeanographie Ökologie.

Kosten..

Teilnehmergebühr beträgt 35,- pro Person – Lehrkräfte frei. zzgl. eventueller Eintritte vor Ort, Ausleihgebühren für Ausrüstung oder Labormiete, Tarif für Übersetzer/Referenten, Schiffscharter oder ähnliches.

Alle Aurelia Programm Module sind echte Teamspiele und bringen jede Menge Spaß!

Aurelia Programm Module
Leistungen in Teilnehmergebühr 35,- p.P. enthalten
Lehrer frei
BLUECITY – Aurelia Yours Stadtrallye
das Planspiel (deutschsprachig)  für Bildungs-Klassenfahrten in 30 europ. Städte (ca. 2-3 Stunden)
BLUEQUEST – mensch+zahlen=statistik
das Planspiel Statistik begeistert Schüler/innen für Mathe und Sozialwissenschaften (ca. 2-3 Stunden)
BLUEFLOWER – Vegetationsaufnahme
kann auf jeder Klassenfahrt durchgeführt werden (ca. 2-3 Stunden)
BLUEFIELD – KüstenWerkstatt
für alle naturwissenschaftlichen Fachbereiche (ca. 4 Stunden)
BUESHELL – Unterwasser Bestandsaufnahme
Bestimmungsarbeit mariner Fauna (ca. 1,5 Stunden)
BLUEFIT – Schnitzeljagd mal anders
das Selbstversorger Wochenspiel für Ernährung, Konsumkompetenz und Fitness (Dauer bis zu 5 Tage)

Dauer..

Den zeitlichen Umfang bestimmen die Gruppen selbst durch die von Ihnen festzulegende Wahl der Module. Die Gruppen bestimmen selbst die Anzahl der anzumeldenden Module.

Modulaufbau / Ablaufplan des Klassenfahrten-Programms

Vorbereitung: Fach-Referat / Nachhaltigkeits-Referat an Ihrer Schule, gerne können Gasthörer nach Anmeldung hinzukommen! Das Referat ist als Einstimmung zur einer Studienfahrt mit unserem Blauen Studienfachprogramm Meeresbiologie gedacht und wird von Referenten unserer Netzwerk-Partner durchgeführt. Die Themen zum Beispiel „Nachhaltige Fischereiwirtschaft“ oder „Haie – vom Topjäger zum Gejagten“ u.a. (in Teilnehmergebühr bereits enthalten)

Klassenfahrten ans Meer sind mit den Programm Modulen von Aurelia e.V. leerreich und spannend.
Das Meer bietet eine mitunter farbenreiche Artenvielfalt, die zu einem großen Teil noch unerschlossen ist.
Eine Ahnung davon erhalten die SchülerInnen bei der Durchführung der BLAUEN STUDIENFACHPROGRAMME MEERESBIOLOGIE OZEANOGRAPHIE ÖKOLOGIE bei ihren Klassenfahrten an europas Küsten.

1. Tag: FachVisit eines meeresbiologischen Institutes oder Aquariums mit lecture zur Biodiversität der jeweiligen Meeresregion (zwischen 11,- und 19,- p.P Zusatzkosten.), und anschl. Labor-workshop, Dauer ca. 3,5

anschliessend: BLUEFIELD – KüstenWerkstatt
(in Teilnehmergebühr bereits enthalten) – die KüstenWerkstatt, das Experimental-Modul Geländepraktikum für Naturwissenschaften, Dauer ca. 3,5 Stunden

2. Tag: Küstenexkursion in maritim-terrestrischen Schutzgebiet als Biotoppflege-Einsatz (Entfernung invasiver Arten oder von Plastikmüll) (in Teilnehmergebühr bereits enthalten).

anschliessend: BLUEFLOWER – Modul Vegetationsaufnahme (in Teilnehmergebühr bereits enthalten), Dauer ca.  2-3 St.

Alternativ wählbar: Guide/Begleitung und lecture zur Botanik oder Fauna der Küste (teilweise gegen Referenten-donut von rd. 6,- pro Person Zusatzkosten). Dauer in Absprache.

Alternativ wählbar: Eco-Kajaktour mit lecture zur Biodiversität des Schutzgebietes, z.B. zu Flora und Fauna in Salz-Süsswasser-Übergängen (17,- incl. Guide Zusatzkosten), Dauer ca. 3 Stunden oder als monitoring-Tour zur Avifauna der Region (donut 5,- Zusatzkosten)

3. Tag: Schiffsausfahrt in maritimes Schutzgebiet (marine protected areas/area marina protetta), dort geführter meeresbiologischer Schnorchelgang mit lecture zur Biodiversität des Schutzgebietes (Kosten ab 17,- Zusatzkosten) in Verbindung mit BUESHELL – Unterwasser BestandsaufnahmeL (tool zur Bestimmung mariner Fauna, Achtung: Nur im Mittelmeerraum!), (in Teilnehmergebühr bereits enthalten), Dauer ca. 1,5 Stunden

alternativ für diesen Tag: BLUECITY Aurelia Yours Stadtrallye – das Planspiel!, spannende Team-Rallye, Oberstufen-Niveau, mit vielen interessanten Informationen zu Historie / Geograhie / Stadtgenese.

4. Tag: Whalewatching-/Seawatching-Schiffstour ca. 10.00 h bis 16.30 h (ab 24,50 p.P. Zusatzkosten) oder FachVisit Marine Turtles Rescue Center (ggfls. gegen donut/(in Teilnehmergebühr bereits enthalten). Hin und wieder besteht sogar die Möglichkeit, bei der Wiederauswilderung einer Meeresschildkröte dabei zu sein!

5. Tag: Projekttag zu „Invertebraten“ oder „Zeigerorganismen“ oder „Posidonia Oceanis“ – Probensammlung an der Küste oder beim offshore-Schnorcheln, Bestimmungsarbeit im Labor, Dauer in Absprache Dauer ab 2,5 Stunden / (Kosten ab 16,- Zusatzkosten)

nachmittags: lecture/Begegnung z.B. mit Referenten SlowFish oder verglbar, Impuls-Referat zu nachhaltiger Fischereiwirtschaft / Nachhaltigem Fischfang, Aquakultur etc. (in Teilnehmergebühr bereits enthalten), Dauer ca. 1 Stunde

Anmeldungen zur Teilnahme Ihrer Kurse an einem der Blauen Studienfachprogramme an über 30 Zielregionen

Teilnehmeranmeldung unter: +49-(0)228-929 837 33 Mo-Fr.10.00 h bis 15.00 h – oder nutzten Sie unser Anfrageformular:

Fragen kostet nichts!
kostenfreie Anfrage

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und verbleiben

mit freundlichen Grüssen

TEAM Aurelia eV
-Programmentwicklung-

Naturwissenschaften und Sport für Italien-Klassenstudienfahrten 9.-12. Klasse

Keine Klassenfahrt nach Italien ohne Pizza für alle.

BLAUES STUDIENFACHPROGRAMM und ACTION in ITALIEN – für Fachbereiche: Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Sport

Keine Klassenfahrt nach Italien ohne Pizza für alle.
Bella Italia! In Italien scheckt es micht nur Schülern auf Klassenfahrt.

Meeresbiologisch-ökologische Klassenfahrten-Programme

Meeresbiologisch-ökologische Programme mit Laborarbeit, Feldversuchen, Schiffsausfahrten zur Beobachtung von Walen, Delphinen, Robben, geführte Schnorchelgänge „Naturwissenschaften und Sport für Italien-Klassenstudienfahrten 9.-12. Klasse“ weiterlesen

Die Nordsee

Ferienland mit faszinierendem Ökosystem!

„Wie Träume liegen die Inseln auf dem Meer“…. so dichtete einst Theodor Storm, der Dichter aus Husum. Und es ist wirklich ein Traum, auf einer der nordfriesischen Inseln über die Dünen zu wandern mit Blick über Wellen, Wind und Weite.

Leutturm im Ökosystem Nordsee Wattenmeer auf der Insel Sylt
Leuchtturm auf der Nordseeinsel Sylt

UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer

Man ist in Deutschlands grösstem Naturschutzgebiet, dem grössten Wattenmeer der Erde, das sich von Dänemark über Deutschland bis zu den Niederlanden erstreckt. Seit 2009 zählt es zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Das Wattenmeer ist Rastplatz für Millionen von Zugvögeln, hier fressen sie sich Vorratspolster an, um ihre weltweiten Brutgebiete zu erreichen. „Das Wattenmeer ist Drehscheibe für den globalen Vogelflug“, sagt Christian Buschbaum, Leiter des Nordseebüros des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung.
Informationen über das Weltnaturerbe Wattenmeer bietet das Multimar Wattforum in Tönning mit einer Erlebnisausstellung und zahlreichen Aquarien.

Seevögel und Kegelrobben an der Nordsee

Besonders schön und interessant ist eine Tour mit dem Fahrgastschiff nach Helgoland. Tausende von Seevögeln brüten auf kleinen Felsvorsprüngen an der ca. 40 Meter hohen Klippe – und kaum geschlüpft geht’s für die Küken im Sturtzflug ins Wasser, um sich Nahrung zu suchen.

 

Drei Kegelrobben unterschiedlichen Alters an der Nordsee
BLUEWORK-volunteering: Freiwillige Mitarbeit im Naturschutzzentrum. In der Robbenstation können Schüler /innen helfen beim Robbenzählen (Populationsermittung).
www.bluework-volunteering.de Tel.: 0228-929 837 33
© Dieter Rill / PIXELIO

 

Da haben es die auf der kleinen Nachbarinsel lebenden Kegelrobben schon besser. Zu Hunderten liegen sie mit ihren Jungen – die in ihrem gepunkteten Babyfell so niedlich aussehen – auf großen Sanddünen und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen.

Nirgendwo in Europa ist die Kinderstube der Robben mit bis zu 1.500 Robben im Juli bis August größer als im in dem faszinierendem Ökosystem Wattenmeer.

Machen wir es den Robben nach und sonnen uns in den Dünen von Amrum oder spazieren am 12 Kilometer langen und 1 Kilometer breiten, einmalig schönen weichen, weißen Kniepsand zwischen Brandungswellen und Dünen, zählt er zu den schönsten Stränden des Naturschutzgebiets Wattenmeer.
Und Wattwandern – das muss sein. Ein Spaziergang, barfuss durchs Schlick, mit einem Guide der Schutzstation Wattenmeer, von Amrum nach Sylt zum Kaffeetrinken ist ein bleibendes Erlebnis.

Die Nordsee mit ihrer einmaligen Artenvielfalt ist ein einzigartiges Ökosystem mit tausenden von Fisch- und Vogelarten

So tummeln sich vor der niederländischen Küste die seltsam aussehenden Tintenfische. Vor Englands berühmten Kreidefelsen an der Küste bei Dover, leben die furchterregenden, aber friedlichen, bis zu 10 m langen Riesenhaie, die immer mal wieder auftauchen.
Dieses Paradies ist in Gefahr. Meeresschutzexperte, Stephan Lutter sagt: „Vor allem die Fischerei bleibt ein heißes Eisen“.
Mehrere Male im Jahr wird die südliche Norsee mit riesigen Schleppnetzten durchpflügt; alle Fische und andere Lebewesen werden in den Netzten gefangen. Besonders schlimm ist der Beifang. „Für ein Kilo Seezunge werden sieben Kilo anderer Tiere mitgefischt und halbtod wieder über Bord geworfen. Oft verfangen sich auch Schweinswale in den Netzten und ertrinken!“

Die Verschmutzung der Nordsee hat sich mit den Jahren sehr gebessert.
„Die chronische Verschmutzung durch Öl und Schiffsmüll bleibt aber ernst“. so Lutter.

„Umso wichtiger ist es, den einzigartigen Lebensraum zu erhalten –
„unser“ Meer der Superlative“.

[Quelle: HÖRZU Nr. 16 , W. Toebelmann,v. 12.04.2013/D]

Klassenfahrten-Fachprogramme für Arten- und Naturschutz

Wenn Sie eine Klassenfahrt an die Nordsee mit Schwerpunkt Meeresbiologie, Ozeanographie, Ökologie planen, sprechen Sie uns gerne an. Das auf die Altersstruktur der Klasse und Ihre fachlichen Präferenzen abgestimmte Studienklassenfahrten-Programm legen wir Ihnen gerne kostenfrei vor. Die dazu passenden Unterkünfte kennen wir auch.

  • hier geht’s zum Anfrage-Formular
  • weitere Infos: Programm-Module (BLAUE STUDIENFACHPROGRAMME MEERESBIOLOGIE OZEANOGRAPHIE ÖKOLOGIE)
  • wenn Ihnen unser Blog gefällt, dürfen Sie sich gerne beim Newsletter „Blaue Flaschenpost“ anmelden! (s.u.)
Flaschenpost an der Nordsee gefunden.
Die „Blaue Flaschenpost“ ist der Newsletter von Aurelia e.V.

Bedrohte Meeresbewohner in allen Weltmeeren

Shark / Hai © Detlef Patrovsky / Aurelia e.V.

Haie – faszinierend, gefährlich und schön!

 

Ein kleiner Hai knapp unter der Wasseroberfläche
Ein kleiner Hai knapp unter der Wasseroberfläche

In unseren Weltmeeren, vom Polarmeer bis in die Tropen tummeln sich ca. 500 Arten von Haien. Faszinierende Geschöpfe, bewundert, gefürchtet  und gejagt.

Haie gehören zu den wunderbarsten Tieren der Erde„, sagte Peter Benchley. Der Amerikaner ist in allen Meeren mit Haien getaucht. „Ich bin von ihnen bedroht, aber nie angegriffen – angestupst, aber nie gebissen worden.
Peter Benchley, nach dessen Roman der Horrorfilm „Der Weisse Hai“ gedreht wurde, hat wohl dadurch erheblich zu deren „schlechtem Ruf“ beigetragen.
Doch gerade der Weisse Hai mit seinem über 3 Tonnen schweren, kraftstrotzenden Körper, seiner silbern schimmernden Haut eine eigenartige Schönheit, die auf uns Menschen eine besondere Anziehungskraft ausübt, bis er sein Maul aufmacht – eine Reihe spitzer, weisser Zähne uns erschauern lässt, gehört zu den besonders bedrohten Hai-Arten.

Der Weisse Hai ist der einzig fleischfressende Fisch

Der Weiße Hai lebt in wärmeren Gewässern und ernährt sich von Robben, Seehunden und grossen Fischen. Jährlich gibt es ungefähr 80 Angriffe auf Menschen – 10 davon enden tödlich.

Der promovierte Biologe und Tierfilmer, Florian Graner, hat keine Angst vor seinen Forschungsobjekten, den Haien. In vielen Meeren der Erde ist er ihnen begegnet und stellte fest, dass Haie wahnsinnig neugierig sind. Vielleicht auch der Grund zu folgendem Vorfall: Vor der Küste Californiens paddelten junge Männer bäuchlings auf ihren Surfbrettern aufs Meer hinaus, um dort auf den bis zu 20 m hohen Wellen zu reiten. Plötzlich schoss ein Weisser Hai wie ein Torpedo aus dem Wasser, quer im Maul einen Surfer mit seinem Brett. In ca. 3 m Höhe liess der Hai den Mann mit Brett fallen und tauchte ab. Der Mann kam mit einem Schock davon, das Brett war kaputt.

Der Walhai, 14 Meter lang und ungefährlich

Ein anderer Artgenosse, der Walhai, 12 Tonnen schwer und 14 m lang und mit einer wunderbaren Zeichnung, ist ein ganz harmloser Geselle. Mit weitaufgerissenem, zahnlosen Maul zieht er durch südliche Meere und lässt sich das Futter in den Rachen schwimmen; er ernährt sich ausschliesslich von Plankton und kleinen Fischen.

70 Millionen tote Haie jählich durch Menschenhand

Auch der Walhai, wie viele seiner verschiedenen Artgenossen ist vom Aussterben bedroht. 70 Millionen der Haie werden jährlich getötet, berichtet die Rote Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Bejagung und Beifang in den riesigen Schleppnetzen der Fischereibetriebe macht den Menschen zum grössten Feind unserer Meeresbewohner.

Peter Benchley sagte nicht umsonst: „Haie gehören mit ihrem Aussehen, ihrer Effiziens und als lebendige Beispiele für Charles Darwins Idee von der optimalen Anpassung an die Umwelt zu den wunderbarsten Tieren dieser Erde!“

[Quelle und Zitate aus: HÖRZU – Nr.34 v. 17.08.2012 – Walter Karpf/D]

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Hai
Hai Freunde!

Wir sind gegen Seehundjagd

Seehunde sind geschützt im Nationalpark Wattenmeer / Nordsee

Es war einmal – once upon a time – da gab es einen riesig-gewinnträchtigen Absatzmarkt für Seehund-Produkte , wie man das so nennt, wenn Fell und Leder der Tiere „verwertet“ wird und man aus ihrem Körperfett für den Menschen zynischerweise gesunde und lebensverlängernde Omega3-Kapseln herstellt. Russland, Europa, Kanada und USA waren so starke Konsumenten dieser „Waren“, dass jährlich Millionen der kleinen „Heuler“ (so heissen die Seehundbabys) wegen des begehrten rein-weissen Fells und auch erwachsene Tiere brutal erschlagen wurden. Das geschah viel an unbeobachteten Küsten Patagoniens oder Kanadas und blieb unbemerkt bis in den 70er Jahren Tierschutzorganisationen wie die von Brigitte Bardot oder PETA, Greenpeace, der WWF und später Seasheperd und viele andere Engagierte mit dem Ungeheures dokumentierenden Bildmaterial darauf aufmerksam machten. Die Filme von blutrot gefärbten Eisschollen und schreienden gequälten Tieren gingen um die Welt – zum  Glück!

 

Vor zwei Tagen gab es einen Aufschrei, als der Landesfischerei- und Landesjagdverband Schleswig Holstein forderte, den Seehundbestand bejagen und dezimieren zu dürfen. Fischereiverbände behaupten, die Seehunde würden die Fischbestände gefährlich reduzieren. WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner erklärt hierzu, dass dies biologisch einfach absolut falsch sei, denn ersten fressen die Seehunde im Wattenmeer lieber lecker Garnelen und Muscheln und wenn Fische, dann lieber junge und kleinere Fische, die für die Fischwirtschaft ohnehin als Beifang wieder zurückgekippt würden. Hier muss man sich unbedingt einen Zahlenvergleich leisten:

Im Jahr werden weltweit ca. 30 Mio Tonnen (!!!) sogenannten „Beifangs“ wieder verletzt, verblutend, halblebendig oder tot von den Fischern zurück ins Meer geworfen, weil es nicht verwertbar ist! Siehe: „Fische nur noch aus Fischzuchtbetrieben?“ [Redaktion Aurelia e.V.]

Wenn nun reklamiert wird, der von 24.000 auf 31.000 Tiere gewachsene Bestand an Seehunden im Wattenmeer wäre der Fischerei schädlich, weil jedes Tier täglich 5 kg Fisch fresse, so lässt das diesen Vergleich zu: 6000 Tiere fressen pro Jahr also 10,95 Tonnen – gemessen an den 30 Mio Tonnen entspricht dies etwa 0,0000365 Prozent…. Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar – und ethisch betrachtet sowieso, denn wer hat eigentlich gesagt, dass Fische nur für Menschen als Nahrungsmittel da sind?

Der Jagdverband der das Abschussrecht auf Seehunde forderte, schiesst sich ohnehin aus dem Rennen: Wie zum Beispiel einer Auseinandersetzung zwischen dem Wiener Jagdverband und der „Initiative gegen die Jagd“ zu entnehmen ist, argumentiert der Jagdverband vollkommen richtig, dass nur in Biotopen eine Selbstregulation eines Wildbestandes möglich sei. Der Nationalpark Wattenmeer ist nicht nur weltweit einzigartig, sondern ausgewiesenermaßen selbstverständlich auch ein Biotop.

Vereinspräsident Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund erklärt das Gesetz als veraltet, welches Seehunde dem Jagdrecht unterstellt, die Tiere gehörten unter Naturschutz gestellt.

Auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hält ein neues Abschlachten von Seehunden für vollkommen indiskutabel.

Auch die Argumentation, man fürchte bei Populationszunahme ein erneutes Ausbrechen der Staupe unter den Tieren verfängt nicht wirklich, denn erstens würde es sich dabei um Selbstregulation handeln und zweitens ist belegt, dass eine solche Seuche auch bei niedriger Population auftreten kann. Es ist vollkommen daneben, wenn der Landesjagdverband darauf hinweist, dass durch eine eventuell auftretende Seuche getötete Tiere die  für Touristen sichtbar an einen Strand gespült würden, für eben jene Touristen dann kein schöner Anblick wären! Sind etwa Seehunde die aus einem gesunden und fröhlichen Leben, welches eigentlich bis zu 30 Jahre dauern kann, herausgeschossen werden, ein erfreulicher Anblick??

Vierzig Jahre Kampagnen gegen die Tötung von Seehunden und Robben haben ihre Wirkung – so sieht man heute deutlich und wir freuen uns sehr, dass die ignorante Anfrage von Landesfischerei- und Landesjagdverband SH mit soviel engagiertem Gegenwind und einem klaren NO GO! abgestraft wird – super! Schutz den Robben und Seehunden – die heute hoffentlich einen schönen Tag auf Ihrer Sandbank in der Sonne haben 🙂

 

Wer Lust hat, schaut mal bei Seasheperd.de vorbei zu diesem Thema.